Pflege von NiMH-Zellen

Mit diesem Artikel möchte ICH MEINE Erfahrungen mit NiMH-Zellen weitergeben.

Nickel-Metallhydrid-Akkus (Ni-MH)

Nennspannung: 1,2V pro Zelle

Zellentyp: GP3300 und GP3700


Maßeinheit:

1000mA (Milliampere) = 1A (Ampere) – Lade- oder Entladestrom

1000mAh (Milliamperestunde) = 1Ah (Amperstunde) – Kapazität/Fassungsvermögen

1,2V (Volt) = Spannung


Lagerung im Winter:

Leer bei Raumtemperatur von +10°C bis +20°C. Wichtig ist hier nur, dass die Packs in etwa alle 8-10 Wochen einen Lade-Entladezyklen bekommen sollten, sonst werden sie durch ihre Selbstentladung müde und bauen ab. Dann müssen sie durch einige Lade-Entladezyklen wieder aufgebaut werden. Ich vergleich die Zellen immer mit einem menschlichen Muskel. Dieser muss ständig trainiert werden um bei Kräften zu bleiben. Über die langen Wintermonate werden die Packs einmal vor der Einlagerung und einmal kurz vor Saisonbeginn formiert.


Grundsätzlich sollten die Akkupacks nach einer längeren Ruhepause (Selbstentladung) vor ihrem Gebrauch ein- oder mehrere Lade-Entladezyklen erhalten um die Zellenchemie aufzufrischen.

Formieren:

Diese Auktion ist besonders nach dem Neukauf und einer längeren Betriebspause (z.B. Lagerung im Winter) empfehlenswert um die volle Kapazität abrufen zu können. Auch hier gibt es unterschiedliche Meinungen und Variante. Ich zeig euch hier mal meine Faustformel.

Kapazität x Verlust : Ladestrom x 60 = TIMEOUT in Minuten

Hier mal ein Beispiel mit GP3300 die 15 Stunden (3300mAh x 1,4 (40% Verlust) : 300mA x 60 = 924min.) bei einem Ladestrom von 300mA am Ladegerät bleiben. Ein großer Vorteil ist, wenn man ein Ladegerät zur Verfügung hat, dass den Ladevorgang per TIMEOUT und nicht durch das DELTA PEAK Verfahren abschaltet. Der Akku wird so zusagen kontrolliert „ÜBERLADEN“. Die Zellen sollten leicht warm sein (25°- 30°).

Nach dem Formieren den Akkupack mit 3 – 5 Ampere auf eine Zellenspannung von 0,9 Volt pro Zelle entladen.

Eine Formierung kann auch zum löschen eines Memoryeffekt eingesetzt werden falls dieser noch zu reparieren ist.

Auch mehrere Lade- Entladevorgänge mit einer geringen Amperestärke können (z.B. GP3300er mit 400mA) zur Reparatur und Wiederherstellung der vollen Kapazität bei NiCd und NiMH Zellen beitragen. Viele Ladegeräte die keine TIMEOUT-Abschaltung besitzen, haben meistens ein Pflegeprogramm (Graupner Ultra Duo Plus 30) das auf diese Weise arbeitet.

Volle Kapazität Entfaltung:

Neue Zellen benötigen 4-6 Arbeitseinsätze (Ladevorgang mit anschließende Hochstromentladung) damit sie ihre volle Leistung (Kapazität) abrufen können.

Ladetemperatur:

Niemals den Akku unter 0°C laden.

Die ideale Ladetemperatur liegt zwischen +10°C bis +30°C.

Ladestrom Ladetechnik:

Bei den GP3300/3700 verwende ich einen Ladestrom von 4A (max. 5A). Durch das Reflexladen bleiben meine Akkus bei Ladeende um ein paar Grad kühler. Dieser Effekt ist aber bei Wettbewerbsfahrer nicht erwünscht.

Delta-Peak Abschaltung:

Delta-Peak schaltet den Ladevorgang bei Akku Voll automatisch ab. Dazu wird die Ladespannung überwacht. Sobald die Ladeschlussspannung erreicht ist, bricht die Spannung messbar ein. Das Delta-Peak beendet den Ladevorgang. Bei NiMH haben sich 10-15mV bewert.

Entladeschlussspannung:

0,8 – 0,9 Volt / pro Zelle

Arbeitstemperatur:

Die beste Leistung bringt die Ni-MH Zelle bei 45-60°C.

Ruhepause:

Nach dem Fahren erhalten die Packs eine lange Ruhepause.

Normal sehen die Packs pro Fahrtag nur eine Ladung. Wenn sie doch einmal zwei Ladungen an einem Tag bekommen, versuche ich die Ruhepause so lang wie möglich zu halten. Zusätzlich liegt der Akkupack in einem Lüftungsschacht und bekommt sehr viel frisch Luft verpasst.

Memoryeffekt (Gedächtnis der Zelle):

Laut der allgemeinen Volksmeinung bekommen Ni-MH Zellen keinen Memoryeffekt. Wer hat nur diesen Schwachsinn in die Welt gesetzt. Werden Ni-MH Zellen öfters im Voll- oder Teilgeladenen Zustand gelagert oder halb leer wieder aufgeladen, stellt sich früher oder später ein gewisser Effekt ein. Die Zelle erinnert sich daran, dass ihre volle Kapazität nicht benötigt wird und stellt diese nicht mehr zur Verfügung. Auch hier kann man sehr gut einen Vergleich mit einem menschlichen Körper machen.

Automatische Ladeprogramme:

Diese sind in meinen Augen mit Vorsicht zu genießen. Bei der automatischen Strombegrenzung zählt auch der Kabelwiderstand mit dazu. Daher möglichst große Kabelquerschnitte ja nach Verwendung verwenden und diese so kurz wie nur irgendwie möglich halten. Auch jeder Schalter in der Stromleitung hat einen Widerstand und zählt somit auch zum Gesamtwiderstand.


Dieser Bericht ist wie immer ohne Gewähr!

www.rc-silverboats.de - Stand November 2006