Firefox Canard

Länge: 670 mm - Breite: 380 mm - Gewicht: .... g - Zellenzahl: 12 – 16

Bootsklasse: Hydro II / III - Motorklasse: 600 oder 700 - Vertrieb: www.hydromarine.de

Es ist schon einige Jahre her als ich beim Powerboattreffen in Heilbronn das erstemal ein Canard übers Wasser fliegen sah. Angetrieben wurde dieser 1m lange Rumpf durch einen Benzinmotor. Begeistert hat mich aber die extrem hohe Kurvengeschwindigkeit und die gute Fahrbarkeit bei dem rauen Wasser das auf dem Kanal herrschte.

Mir war mal wieder langweilig und so sah ich mal wieder bei eBay rein! Wollte aber eigentlich kein Boot kaufen!

3, 2, 1, meins!

So funktioniert es nun mal bei eBay!

Und so hab ich nun mein erstes Canard-Modell!

Bei meinem geringen Gebot hab ich nicht damit gerechnet denn Zuschlag zu bekommen und so freute ich mich um so mehr bei Aktionsende das es doch gereicht hat. Mir war aber auch klar, dass es mal wieder lange Abende im Hobbykeller geben wird. Die Ware wurde auch sehr schnell geliefert und entsprach meinen Erwartungen. Somit muss erst einmal alles raus! Dazu aber später mehr! Zu erst aber ab ins Internet um etwas mehr über die selten Canard-Hydroplanes zu erfahren, lag es doch sehr nahe, einfach mal bei der URL-Adresse die auf dem Deckel klebt vorbei zu schauen! So wie es aber aussieht, gibt es Thunderboats nicht mehr! Schade! Denn es stehen einige Fragezeichen im Raum. Bei Google fand ich leider auch nichts. Nur im RC-Raceboats-Forum fand ich wirklich ein paar Daten die mir weiter helfen sollten. Zu dem hat es anscheinend auch zwei Modellreihen der FIREFOX gegeben. Der Unterschied liegt wohl am Unterwasserschiff. Die erste Variante lief nicht so wie sie sollte und so wurde sie vom Markt genommen und überarbeitet! Hoffentlich hab ich die neuere Variante auf der Werkbank stehen. Dennoch wurden nicht alle Fragen beantwortet. Na, dann wollen wir doch mal!



Bauabschnitt 1 – Zerstören

In meinem Keller und auch in meinen Booten gibt es kein 5 Minuten Epoxidharz. Somit musste erst einmal alles raus. Da der Ersterbauer beim Kleben den ein oder anderen Fehler gemacht hat, war der Innenraum ohne großen Aufwand innerhalb einer guten halben Stunden ausgeräumt. Die eingeklebten Teile werten sich gegen den Angriff der Zange und des Schraubenziehers nicht wirklich. Wie ihr im Bild oben und unten gut erkennen könnt. Wurde der Rumpfboden beim bau nicht angeschliffen und mit einem Reinigsmittel gesäubert. Im diesen fall natürlich gut für mich, schlecht für den Multischleifer. Dieser musste nur unter dem Motorträger ein kleines Stück Klebmaterial entfernen. Sekundenkleber und Füllmaterial. Ich liebe es! ;-)

Wie schon gesagt! Nach einer halben Stunde stand der Rumpf leer vor mir. Sogar der eingeklebte Heckspant war innerhalb weniger Sekunden entfernt. Übrig sind nur die Löcher für die Ruderbefestigung und Ruderanlenkung belieben. Mit einem groben Schleifpapier wurde noch schnell der Innenraum gesäubert und gleichzeitig aufgeraut. So stand bis auf die Löcher und ein paar Gebrauchtsspuren außen ein „neuer Runpf“ vor mir. Danach machte ich mir die ersten Gedanken für den NEUAUFBAU.

Nachdem ich die Strutruderanlage gefunden hatte musste sie auch gleich probehalber mit doppelseitigen Klebeband an das Heck geklebt werden. Aber wohin nur mit dem Motor? Vorne oder doch lieber hinten wie bei der PRIMUS? Der Schwerpunkt eines Canard liegt laut meiner Suche im Internet etwa bei 25-30% der Gesamtlänge vom Heck her gemessen. Das wird allgemein keine leichte Aufgabe!

Bauabschnitt 2 – Löcher verschwinden lassen!

Da heute der Bau des Class One Cat HPR115 weiter ging hatte ich im Schluss noch eine kleine Menge Baumwollharzbrei übrig. Also noch schnell die Löcher im Rumpf damit gestopft. Dazu wurden die Klebflächen im Innenraum erst einmal aufgeraut und mit Aceton geeinigt. Danach klebte ich auf der Außenseite mit Klebeband die Löcher zu. Anschließend füllte ich die Löcher mit den Brei aus Baumwollflocken und 24 Stunden Harz aus. Darüber legte ich für eine besser Stabilität ein Stück Glasfasergewebe das ich mit dem 24h Harz und einem Pinsel durch getränkt habe. Dann rührte ich unter das restliche Harz Baumwollflocken und einen kleinen Teil gemahlenes Kohlefaserpulver. Diesen sehr dünnflüssigen Brei kippte ich ins Heck. Somit ist auch der Heckspant im Bereich des Ruders großflächig verstärkt. Aber jetzt ist erst einmal Schluss! 24 Stunden Trockenpause!

Bauabschnitt 3 – Aufteilung der Komponenten

Wie ihr im ersten Bild seht, hab ich mich Motor technisch um entschieden! Eigentlich wollte ich die FIREFOX erst mit einem 700er Neo fahren. Denn wenn die Canard mit dem 700er Blechmotor gut funktioniert hätte, dann auch bestimmt 100%ig mit einem Brushless Motor. Da ich aber mit dem 700er Neodym Motor den Schwerpunkt sehr schwer einhalten kann, hab ich mich nun doch für 12 Zellen und einem VIPER600/2400 Brushless Motor entschieden. Dieses Setup funktioniert bereits in einem Mono2 Boot (Gozilla 2 Evo 3 xxl) sehr gut und beschleunigt die ganze Sache auf 79km/h bei einer Fahrzeit von über 5 Minuten. Der Schwerpunkt liegt ungefähr zwischen 25% - 30% der Gesamtlänge vom Heck her gemessen. Der Motorspant (Halter) siezt in etwa auf Höhe des Schwerpunktes. Eigentlich wollte ich den Motorhalter mit den Seitenwänden für eine besser Stabilität verbinden. Leider jetzt nicht mehr möglich da je eine 6 Stange Akkus gleich links und rechts neben dem Motor ihren Zukünftigen Platz finden werden. Ich hoffe, es klappt so wie ich es mir vorstelle. Für den Servo und den Regler ist zwischen den beiden Akkustangen auch noch genügend Platz. Jetzt muss ich nur noch einen Platz für den Empfänger finden. Der Wellendurchbruch im Boden liegt zwischen 100 - 125 mm vom Heck her gemessen. So sollte ein leichter Bogen möglich sein. Zum Abschluss des Erfolgreichen Abends wurde der Rumpfboden noch mit einer Lage 65g/m² Kohle-Aramid-Gewebe verstärkt. Da Kohlefaser sehr gut Strom leitet hab ich als Sicherheit noch eine Lage 48g/m² Glasfasergewebe oben auf das nasse Kohle-Aramid-Gewebe getupft. Zum einkleben wurde 24h Harz (L285/H285) verwendet. Zudem wurde heute auch der Ruderausleger montiert!

Bauabschnitt 4 – Kleiner Fortschritt

Heute wurden die beiden Durchführungen für das Rudergestänge eingeklebt. Danach kümmerte ich mich um den Wasserein- und Auslass, Antennensockel und dem NOTAUS. Alle Teile wurden allerdings erst einmal mit Sekundenkleber fixiert. Fest mit 24h Harz werden die Teile beim nächsten mal eingeklebt.

Bauabschnitt 5 – Servohalter

Ich hab mich für einen sehr flachen Servo entschieden! Ein Standard-Servo ist mir zu hoch und ein Mini-Servo allgemein zu schwach. Der Propeller schiebt das Wasser links und rechts am Ruderblatt vorbei. Beim lenken wirken somit große Kräfte. Aus einer 2 mm Kohlefaserplatte schnitt ich mir einen Rahmen aus. Nach dem fein schliff mit der Feile kümmerte ich mich um die Befestigung im Rumpf. Dazu hab ich mir 4 kleine Platten aus einer Kohlefaserplatte ausgeschnitten. Jede Platte erhielt in der Mitte ein 3 mm großes Loch. Dann bohrte ich mit einem etwas größer Durchmesser soweit auf, bis gerade so die M3 Stoppmutter mit Hilfe eines Hammer eingeschlagen werden konnten. So sitzen sie sehr streng in der Bohrung. Anschließend wurden sie verklebt. Jetzt mussten nur noch 4 Abstandshalter aus einem Kohlefaserrohr geschnitten werden. Diese klebte ich mit Baumwollflocken und Sekundenkleber an die Servoplatte fest. Danach platzierte ich die Servohalterung im Rumpf und fixierte diese mit ein paar Tropfen Sekundenkleber. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die 4 Platten mit den Stoppmuttern fest mit 24h Harz und Baumwollflocken am Boden befestigt.

Bauabschnitt 6 – Fast fertig Stellung

Ja! Es gibt sie wirklich! Tage an denen man lieber im Bett bleiben sollte!

Nein nein! Keine Sorge! Es ist nichts schlimmes passiert!

Gestern hab ich die letzten Verklebungen gemacht! Also Wasserein.- u. Auslass und das Stevenrohr mit dem Rumpf verklebt. Und da spielte ich schon mit dem Gedanken, heute die erste Fahrt zu unternehmen. Somit extra etwas früher aufgestanden und ab an die Arbeit. Flexwelle gekürzt, Servo und Motor angeschraubt und noch schnell die Kabel am Akkupack verlängert. Dann noch schnell Teflonschlauch in die Ruderdurchführungen gesteckt und bündig abgeschnitten, Ruderanlenkung gebogen und eingebaut.

Somit bis auf den Regler alles fertig!

Denkste! Zu früh gefreut!

Es scheitert wegen 10 Cent! Ich hab keine Gestängeanschlüsse zuhause! Mist! Na ja! Dann machen wir wenigstens soweit fertig wie es nur geht und dann am Schluss noch schnell auf die Waage! Diese zeigt 1919g an! Super! Ich habe ja nun bin zum nächsten Wochenende Zeit die fehlenden Teile zu besorgen! Dann muss nur noch das Wetter mitspielen!

Bauabschnitt 7 – FERTIG zur ersten Fahrt!

Gestern gekauft, heute verbaut und morgen getestet! Ich hoffe nur, das Wetter macht mir keinen Strich durch die Rechnung! Um mir die Stunden bis zum nächsten Tag zu vertreiben, fing ich mit dem bau eines Ständers an.

1. TESTFAHRT 12.November 2006

Nach 2 Minuten war die erste Fahrt beendet. Hatte schon nach ein paar Meter gehört, dass da was nicht stimmen kann. Zurück auf die Werkbank. In der Wellenanlage hat sich eine Gleitbuchse verschoben und hat die Welle geklemmt. Speed 50km/h mit einem Lehner 1940/7 an 12 Zellen. Das kann nicht alles sein!

2. TESTFAHRT 18.November 2006

Der 42er Carbon Prop drückt die FIREFOX richtig nach vorne.

Ab ins Wasser und den Hebel auf dem Tisch und sie springt förmlich aufs Wasser. 10-20cm und ab geht die Post. Die 70km/h Marke ist auf jeden fall durchbrochen. Eine Steigerung sollte noch möglich sein da es noch einiges zu verbessern gibt. Die Nase zum Beispiel kommt nicht frei und saugt sich auf dem Wasser an. Aber im ganzen macht der Canard Spaß und das Fahrverhalten auf der Geraden ist sehr gutmütig. Aber trotzdem erfolgte heute Abend noch ein kleiner Umbau.

Das Ruderblatt hinter dem Prop hat mir noch nie gefallen. Der Propeller drückt kräftig mit seinem Wasserstrahl auf das Blatt. Da ich eh mehr rechts rum im Kreis fahre, hab ich mich entschlossen, das Ruder zu versetzt. Dadurch sollte die FIREFOX besser einlenken und einen engeren Kurvenradius ermöglichen da keine Drehmomenteinflüsse vom Prop auf das Ruderblatt einwirken. Zudem benötigt der Servo etwas weniger Strom. Für mich sehr wichtig, da ich auf einen Empfängerakku verzichten möchte und ich heute das Gefühl hatte, das BEC-System des Regler überfordert zu haben. Man kennt es ja noch von früher wenn beim RC-Car der Akku leer wurde, wurde im gleichen Zuge die Lenkung ungenauer. Wichtig ist auch, dass man bei den Testfahrten immer nur eine Sache verändert. So erkennt man sofort ob es was bringt oder nicht. Somit niemals zwei Sachen auf einmal ändern. In meinen Fall könnte das Ruderblatt noch um 10mm gekürzt werden. Außerdem möchte ich mal einen Negativen Winkel am Strut testen damit vielleicht die Nase freier kommt.

3. TESTFAHRT 19.November 2006

Die Umbauaktion war in meinen Augen ein voller Erfolg. Mit Vollgas in die Kurve und um die Kurve. Bevor die Testfahrt starten konnte pumpte ich für alle Fälle das Schlauchboot auf. Leider hätte ich mir die paar Minuten sparen können. Egal was ich probiert habe, ob links rum oder rechts rum, das Teil landet einfach nicht auf dem Dach. Auf dem GPS standen 73,1km/h. Dennoch bin ich mit dem Fahrverhalten nicht zufrieden. Das Teil saugt sich auf der vorderen Lauffläche (Nase) an. Nur durch eine hektische Lenkbewegung nach links und rechts kam der Rumpf hörbar frei. Somit sind die Temperaturproblem der Akkus und des Reglers geklärt. Zum Glück funktioniert die Abschaltung des Reglers.

4. TESTFAHRT 24.November 2006

Heute war ich nochmal schnell am Wasser. Nun hab ich endlich den Strut verstellt und das Strommessgerät mit an Bord. Jetzt gefällt mir das Fahrverhalten viel besser!

Spannung und Ampere – Ampere – Spannung

Die FIRFOX macht sehr viel Spaß. Egal ob links oder rechts, sie nimmt jede Kurve. Ich hab mir schon bei den ersten Fahrten angewöhnt eine 8 auf dem Wasser zu fahren. Dennoch werde ich die FIREFOX über den Winter noch einmal umbauen. Das Ruder setze ich auf die linke Seite und den Struthalter versetze ich nochmal um 3mm (2mm hab ich schon) nach rechts um dem Drehmoment entgegen zu wirken. Dann noch etwas Farbe und dann kann sie kommen! Die neue Saison 2007.

Die Kunst, einem Rennboot das "Rennen" beizubringen, ist normalerweise die einfache Summierung der einzelnen Baugruppen sowie deren sinnvolle Anordnung zueinander:

Rumpf + Ruder + Wellenanlage + Antrieb + RC-Komponenten + modellbauerisches Können = Rennboot.

Leider ist dieses Rechenbeispiel pure Theorie, da das Zauberwort hierbei „Abstimmung“ heißt.


Viel Spaß beim Bau eures Bootes!

Diese Bauanleitung ist wie immer ohne Gewähr!

www.rc-silverboats.de Stand oktober 2006