FIREFOX die zweite


Technische Daten:

Länge: 670 mm

Breite: 380 mm

Gewicht leer: 510 g

Vertrieb: Hydro&Marine

Motor: VIPER600/2400

Regler: YGE-120-Navi

Zellenzahl: 14





Als erstes stand der Bau eines Bootsständers auf dem Plan. Dieser leistet bereits in der Bauphase wertvolle Dienste. Somit ging es ab in die Heizungsabteilung des nahe gelegenen Baumarktes um sich das nötige Material zu besorgen. Der Ständer besteht aus Kupferrohr und Lötmuffen. Durch einfaches zusammen stecken ist der Ständer schnell erstellt und muss nur noch zusammen gelötet werden. Ein Isolierschlauch dient dem Rumpf als Auflage.

Nachdem die Mitte des Rumpfes ermittelt und am Heckspiegel angezeichnet war, konnte eine weitere Linie 35mm parallel zur Mittellinie angezeichnet werden. An dieser zweiten Linie wurde das Ruder mittig ausgerichtet. Die Befestigungslöcher waren schnell mit der einfachen Klebeband Methode übertragen und konnten mit einem 3mm Bohrer gebohrt werden. Der Struthalter wird um 5mm von der Mittellinie nach rechts versetzt angeschraubt.

Da eine Hopf Strutruderanlage als reiner Struthalter verwendet wird, wurde die Befestigung für die Ruderachse als Kühlwasseraufnahme kurzer Hand um funktioniert. Ein 4mm Messingrohr nimmt in Zukunft hinter dem Propeller das Wasser auf. Das Röhrchen schaut dabei nicht über die Propellernabe hinaus (siehe Bild). Durch den halbgetauchten Propeller spritzt sehr viel Wasser fast senkrecht in die Luft. Dieses Spritzwasser wird durch den hohen Druck ins Staurohr (Wasseraufnahme) gepresst und als Kühlwasser verwendet. Diese Methode ist absolut reibungsfrei und man hat einen Kontakt zur Wasseroberfläche weniger. Vor dem biegen wurde das Messingrohr ausgeglüht. So lässt es sich leichter und enger biegen. Damit es nicht abknickt bzw. stark gequetscht wird, einfach eine alte 3,2mm Flexwelle einführen. Man kann auch Vogelsand bzw. Speisesalz verwenden. Nun stand die Fertigung eines Motorhalters auf dem Plan. Auf einer 2mm dicken Kohlefaserplatte wurde der Motorspant angezeichnet und ausgeschnitten. Die Lüftungsschlitze für den Motor müssen nicht unbedingt sein bzw. hängt von dem verwendeten Motor ab. Viele Brushless Motore haben ein geschlossenes Gehäuse.

Motordaten:

Typ: Lehner 1940/9

Umdrehung: 1742 U/min pro Volt unter Last

Länge: mm; Durchmesser: mm

Motorwelle: 5mm

Motordaten:

Typ: VIPER600/2400

Umdrehung: 2390 U/min pro Volt

Länge: 60mm; Durchmesser: 36mm

Motorwelle: 5mm



Sämtliche Bauteile kommen unverbaut in den Rumpf. Die einzelnen Komponenten werden so lange verschoben bis der richtig Schwerpunkt gefunden wurde. Dabei sollte man aber darauf achten, dass ein verschieben des Akkupacks in beide Richtungen möglich ist. Das Positionieren der Bauteile bereitet ein wenig Kopfschmerzen. Hoffentlich liegt alles am richtigen Platz. Nun konnte auch der Wellendurchbruch in Angriff genommen werden. Diesen hab ich zunächst wie auf dem Bild zu sehen bei 260-280mm vom Heck gemessen ausgefräst. Danach ging für heute das Licht im Keller aus.

Am nächsten Abend ging es weiter. Da ich nun den Motor doch nicht so weit vorne einbaue, musste der Wellendurchbruch um einige Zentimeter Richtung Heck verlegt werden. Die endgültige Position liegt somit bei 230-250mm. Der Motorspant findet bei 280mm vom Heck her gemessen seinen zukünftigen Platz.

Tipp: Aufgrund der unterschiedlichen RC-Komponenten (Motor, Zellenzahl) die zum Einsatz kommen, empfiehlt RC-Silverboats bezüglich des Schwerpunktes, die Positionierung der Komponenten bereits vor dem Bau grob fest zu legen. Das heißt, alle Bauteile werden unverbaut an ihren zukünftigen Platz in den Rumpf gelegt. Durch verschieben von Motor, Regler oder Zellen kann so die Grundeinstellung des Schwerpunktes (SW) sehr einfach gefunden werden. Es sollte auch gewährleistet sein, dass durch verschieben der Akkupacks am Wasser der Schwerpunkt noch geringfügig in beide Richtung möglich ist. Alle Klebeflächen müssen vor dem verkleben gründlich mit Aceton gereinigt (Fettfrei gemacht) und mit einem groben Schleifpapier aufgeraut werden. Als Klebstoff empfiehlt RC-Silverboats 24h Harz (L285/H285). Haltet euch bitte genau an das Mischungsverhältnis wie es der Hersteller in der Gebrauchsanleitung an gibt um eine optimale Verbindung der zu verklebenden Teile zu gewährleisten.

Der Servo findet hinten links sein späteres Zuhause. Er rückt dabei so nahe wie nur möglich an das Heck heran und wird so weit links wie nur möglich eingebaut. Wie oben gut zu erkennen ist, soll neben den Servo noch ein Akkupack Platz finden. Die Verwendung eines sehr flachen Servos ermöglicht eine gerade Anlenkung des Ruders. Das heißt, ein biegen des Gestänges ist nicht nötig. Aus einer 2mm dicken Kohlefaserplatte wurde eine Servohalterung ausgeschnitten. Diese Platte erleichtert das Ein- u. Ausbauen des Servos da sie mit 3 Schrauben am Rumpfboden befestigt wird. Nachdem die Servoplatte im Rumpf ausgerichtet war, wurde mit Hilfe von Sekundenkleber und Baumwollflocken die Befestigungssockel am Boden fixiert. Danach wurde die Position des NOTAUS-System angezeichnet und mit einem 5mm Bohrer aufgebohrt. Je zwei Löcher wurden mit dem Multischleifgeräts und einer Trennscheibe zu einem Langloch erweitert. In diesen Langlöcher finden die beiden Goldkontaktbuchsen ihren Platz. Bevor die beiden Buchsen mit Sekundenkleber am Rumpf fixiert werden konnten, wurden natürlich 4mm² Silikonkabel angelötet. Nun konnte endlich eine kleine Menge 24h Harz (L285/H285) angerührt werden. Einen kleine Teil des Harzes wurden in einem extra Becher Baumwollflocken untergerührt bis ein dickflüssiger Brei entstanden war. Danach wurden die Befestigungssockel für die Servoplatte, Motorspant, Antennensockel, Wassereinlass, Wasserauslass und NOTAUS eingeklebt. Erst wurde der Baumwollflockenharzbrei in die Ecken und Kanten gedrückt und großflächig über die Metallsockel verteilt. Im Anschluss daran wurde noch eine Lage Glasfasergewebe darüber gelegt. Zwangspause für mindestens 12 Stunden.

Servodaten:

Type: Bluebird BMS-705 MG

Low-Profile-Servo – Metallgetriebe – Kugellager

Drehmoment: 60 Ncm

Länge: 42,8mm; Breite: 21,5mm; Höhe: 23,6mm

Es waren gute 20 Stunden vergangen und so konnte es weiter gehen. Der Servo wurde an die Platte geschraubt und im Rumpf fixiert. Rudergestänge passend gekürzt und eingebaut. Dabei bitte auf eine möglichst Spielfreie Lenkung achten. Danach konnte die letzte Verklebung in Angriff genommen werden. Das Stevenrohr wurde gekürzt, gebogen und in den Rumpf eingepasst. Nach dem alle Klebeflächen angeraut und mit Aceton gereinigt waren, konnte das Rohr in den Rumpf eingeführt werden. Damit das ganze 24h Harz nicht weg läuft, wurde der zu verklebende Bereich mit Cellpack abgeklebt. Danach konnte das Stevenrohr mit einem Baumwollflockenharzbrei und einem kleinen Stück Glasfasergewebe eingeklebt werden.

Am nächsten Tag stand die Endmontage auf der Tagesordnung. Der Motor (Lehner 1940/9) wurde eingeschraubt und an den Regler angeschlossen. Sämtliche Schrauben noch einmal nach gezogen. Klettband für die Akkubefestigung in den Rumpfboden eingeklebt. Nach einem kurzen Funktionsscheck stand der ersten Fahrt nicht mehr im Wege. Die Waage zeigt 2.083g Kampfgewicht an.

1. Fahrt

Der Strut schaut hinten 48mm über das Heck hinaus und hat zur Tischplatte 8mm Luft. Mit dieser Einstellung will ich die erste Fahrt wagen. Noch schnell die Akku geladen und dann konnte es ans Wasser gehen. Ein 42er Carbon Propeller von Graupner wurde montiert. Ab ins Wasser mit der Firefox. Die ersten Runden noch etwas zaghaft aber sie machte eine gute Figur. Kommt sehr schnell ins Gleiten, die Kurven gehen mit Vollgas und verdammt eng. Immer enger wurden die Kurven bis so über die Längsachse abgerollt war und zum Glück nach einer 360° Drehung wieder richtig rum auf der Wasseroberfläche lag. Das GPS zeigte mit dem Lehner 1940/9 an den 14 Zellen 72km/h an. Die Fahrzeit betrug gute 4 Minuten. Die Akkus waren verdammt heiß und so hat sich das Klettband am Schrumpfschlauch der Packs leicht gelöst. Der Motor und Regler waren hingegen lauwarm. Aber im großen und ganzen für die erste Fahrt nicht schlecht zu mal der Innenraum nach der Fahrt Staub trocken war.

Thermotische Geschwindigkeit:

1742 U/min x 15,5 V x 58,8 x 0,00006 = 94,65 Km/h

Umdrehung x Volt x Vorschub x 0,00006 = Geschwindigkeit

15% Verlust: 94,65 x 0,85 = 80,45Km/h

20% Verlust: 94,65 x 0,8 = 75,72Km/h



Die Kunst, einem Rennboot das "Rennen" beizubringen, ist normalerweise die einfache Summierung der einzelnen Baugruppen sowie deren sinnvolle Anordnung zueinander:

Rumpf + Ruder + Wellenanlage + Antrieb + RC-Komponenten + modellbauerisches Können = Rennboot.

Viel Spaß beim Bau eures Bootes!

Diese Bauanleitung ist wie immer ohne Gewähr!

www.rc-silverboats.de - Stand August 2007