PRIMUS

Fahrbild meiner ersten PRIMUS

Technische Daten:

Länge: 570mm

Breite: 320mm

Ruder und Welleanlage: Competition-Ausbausatz

Vertrieb: www.team-lindenau.de

BL-Setup: Viper 600/1800

Zellenzahl: 14

Propeller: 42 – 48 K-Prop


Es ist schon sehr sehr lange her als ich das letzte mal bei eBay ein Schnäppchen gefunden habe. Vielleicht muss man entweder rund um die Uhr vorm Bildschirm sitzen oder einfach nur Glück haben und zur richtigen Zeit bei eBay reinschauen. Bei diesem Angebot konnte ich nicht NEIN sagen und musste die Auktion per Sofort-Kauf beenden. Die PRIMUS hat in nur 8 Minuten nach Einstellung einen neuen Besitzer gefunden. Neuer Rekord? Ein nagelneuer unangerührter PRIMUS Rumpf mit Ausbaussatz und gefrästen Kohlefasermotorträger für wenige Euros. Erst nachdem Kauf stellte ich mir selber die Frage, WARUM? Ich hab doch schon eine PRIMUS. Für was den eine zweite?

Na ja! Nicht lange darüber nachdenken, sondern ab an den Bau.

Ein Bootsständer zimmere ich mir zu einem späteren Zeitpunkt zusammen.

Nach dem Auspacken und dem ersten begutachten wurden die so wichtigen Kanten und Laufflächen des Unterwasserschiffs mit schwach klebenden Klebeband abgeklebt. Diese Maßnahme bietet Schutz vor Kratzer und Klebstoffspuren beim Bau. Danach wurde die Mittellinie des Rumpfes ermittelt und mit einem Bleistift eingezeichnet. Eine weitere Linie wurde parallel 5 mm rechts zur Mittellinie gezogen um den so genannt Propwalk entgegen zu wirken. An dieser zweiten Linie wird der Struthalter parallel mittig zur Mittellinie ausgerichtet und eingeklebt. Dazu wurde mit Hilfe eines Multischleifgerätes und einer Trennscheibe die Öffnung in das Heck geschnitten und mit einer Feile passend zum Struthalter auf gefeilt. Diesen Arbeitsschritt wiederholte ich beim Ruderausleger. Nach dem ausrichten am Rumpf wurde erst der Struthalter und anschließend der Ruderauslager mit ein paar Tropfen Sekundenkleber fixiert. Nach einer kurzen Trockenpause ging es weiter. Der Ausschnitt für den Wellendurchbruch wurde angezeichnet (siehe Bild) und anschließend ausgeschnitten. Nun kümmerte ich mich noch schnell um den NOTAUS (Hier findet Ihr mehr zum Thema NOTAUS!) bevor ich eine Ladung 24h Harz angerührt habe. Einen Teil des Harz verdickte ich mit Baumwollflocken und verteilte diesen über und um den Struthalter und Ruderausleger. Für eine besser Verklebung legte ich noch ein paar 48g/m² Glasfasergewebestreifen die ich vor dem einführen in den Rumpf mit Harz getränkt habe großzügig über die Klebefläche.

So, 24 Stunden sind endlich vorbei. Somit konnte es weiter gehen.

Da die PRIMUS für ein besseres Startverhalten hinten einen Flutkanal bekommt, machte ich bereits in dieser frühen Bauphase die Flutkanalöffnungen in das Heck. Das Heck läuft im Stillstand voll und sinkt leicht ab. Beim los fahren mit Vollgas sollte so die PRIMUS nicht auf Tauchfahrt gehen sondern förmlich auf die Wasseroberfläche springen. Eine Flutkammer muss nicht sein, macht aber Sinn da man schneller ins Gleiten kommt und somit auch Strom spart. Wichtig ist hier nur, dass die Öffnungen groß genug sind, damit das Wasser schnell aus den Rumpf laufen kann.

Mit Hilfe eines Klebebandes und einer Strebe im Innenraum hab den V-Winkel der beiden Laufflächen eingestellt. Mit dem einkleben des Motorträger wird dieser fixiert. Wichtig ist hier nur, dass Ober- und Unterdeck mit einander verbunden werden. In dieser frühen Fasse kümmerte ich mich um eine Strebe im vorderen Bereich. Dadurch wird der Rumpf um einiges Steifer ohne das Gewicht extrem in die Höhe zu treiben. Mit einem selbst hergestellten Spezialbohrer bohrte ich den Rumpf einmal komplett durch. Hierbei lies ich mir etwas Zeit damit der spätere Kohlefaserstab auf beiden Seiten mittig sitzt.

Nun stand der Einbau des Motorträgers und der Wellenanlage auf dem Plan. Damit man das Wellenrohr (Messing) besser biegen kann, glühte ich es vor dem Einbau aus. Das Wellenendstück wurde aufgeschoben und der Motor mit Motorträger und einer Wellenkupplung verbunden. Ein 4mm Bohrer wurde mit einem Stück Schrumpfschlauch überzogen und passt streng in das Wellenrohr. Das Rohr führte ich so in den Rumpf in und wurde mit Hilfe des Bohrer zentriert. Nun wurde das Rohr noch etwas gekürzt und anschließend vorsichtig gebogen bis der Köcher am Kohlefaserausleger angeschraubt werden konnte.

Die Position des Motorträgers wurde mit Sekundenkleber und Baumwollflocken fürs erste fixiert. Aber vorsichtig, das Gewicht des Motor drückt den Rumpfboden leicht nach unten. Wie ihr in den beiden anderen Bilder sehen könnt, kann ich auch einen 700er Blechmotor einbauen. Nun wurde das Wellenrohr am Rumpfboden fixiert. Im Anschluss brachte ich die Flutkanalwand in den Rumpf ein und fixierte diese ebenfalls mit Sekundenkleber. Heute klebte ich noch die Kohlefaserstrebe im vorderen Bereich ein. Mit 24h Harz (L285/H285) und etwas Baumwollflocken verklebte ich die Strebe mit dem Rumpf. Nun muss der Rumpf für mindestens 12 Stunden bei Seite gestellt werden. Dann steht das einkleben des Motorträgers, Wellenrohrs und der Flutkanalwand auf dem Plan.

Ohne Bilder!

Der Flutkanal und das Wellenrohr wurden auf einmal in den Rumpf ein laminiert. Am nächsten Tag wurde die Flutkammer auf seine Dichtheit hin überprüft. Leider musste ich an einer kleinen Stelle ein Stecknadel Großes Loch stopfen. Die Kammer hat ein Volumen von ca. 300ml. Da noch etwas Harzbrei übrig geblieben ist, wurde noch die Kohlefaserstrebe und der NOTAUS eingeklebt. Nun musste ich aber leider den Rumpf für gute 12 Stunden bei Seite stellen.

Einkleben des Servohalter, Durchführung des Rudergestänges, Turnfinnehalter, Akkubefestigung und des Motorhalters standen heute auf dem Plan. Na, dann mal an die Arbeit damit die geplante Erstfahrt am Wochenende statt finden kann.

Aus einem Alu-Gelenkkopf und einer Gewindestange baute ich mir ein passendes Rudergestänge. Danach kümmerte ich mich um die Durchführung des Gestänge am Heck und durch die Flutkammerwand. Dort klebte ich ein Alurohr ein. Ein Faltenbalg dichtet diese Bohrung später ab. Aus einem Aluwinkel (Baumarkt) erstellte ich mir einen Halter für den Servo. Dieser wurde im Anschluss in den Rumpf ein laminiert.


Turnfinnehalterung. Dazu bohrte ich erst einmal ein großes Loch in den Rumpf. Danach passte ich eine Kohlefaserplatte an und bohrte ein 4mm Loch. An diese Platte klebte ich an der Rückseite eine M4 Impussschraube an. Mit einem dickflüssigen Brei aus Harz und Baumwollflocken klebte ich diese Kohlefaserplatte an den Rumpf an. Mit etwas Gewicht belastet durfte das Laminierharz über Nacht trocknen. In der zwischen Zeit schnitt ich mir einen passenden Aluwinkel her. Eine Seite beklebte ich mit einem 600er Wasserschleifpapier. Diese Seite kommt an den Rumpf und so sollte das ganze ordentlich halten.

Nun musste nur noch der Motorhalter fest eingeklebt werden. Auch hier kam ein Brei aus Baumwollflocken und 24h Harz (L285/H285) zum Einsatz. Kleine Glasfaserstreifen wurden zusätzlich mit ein laminiert. Auch die Kohlefaserschale für die Akkubefestigung wurde mit Baumwollflockenharzbrei an den Boden geklebt. Die Schale besteht aus einem Stück. In der Mitte wurde ein Stück heraus getrennt. So kann die Klettschlaufe ohne großen Aufwand bei bedarf ausgetauscht werden.

Einen Tag vor der ersten Ausfahrt. Abschlussarbeiten an der PRIMUS. Der Servo und Motor wurden an ihrem Platz angeschraubt. Die Ruderanlenkung montiert und eingestellt. Regler an den Motor und Kühlkreis angeschlossen. Zu guter letzt wurde noch der Empfänger platziert. Dieser wurde so weit wie nur möglich entfernt von Strom führenden Kabel und der Rumpfverstärkungen aus Kohlefaser eingebaut. Noch schnell den Propeller montiert, das Staurohr für den Wassereinlass an den Rumpf gesteckt, fertig. Nach einer kurzen Gewichtskontrolle (1,9kg Kampfgewicht) hätte sie eigentlich kommen können! Die erste Fahrt. Leider regnete es heute schon den ganzen Tag obwohl der Regen erst für den nächsten Tag angekündigt gewesen wäre.

Hier noch ein kleiner Blick in den Heckbereich und zur Turnfinne. Diese Form hat sich bereits an meiner alten PRIMUS bewährt. Für die erst Fahrt ist ein VIPER600/1800 an einem 99A BK-Regler verbaut.


18. März 2007

Das erste mal im Wasser. Ob das heute gut geht?

Vorsichtshalber pumpte ich vorher das Schlauchboot auf. Doch dies blieb gerade so im Windschatten des Autos liegen. Eigentlich kein Hydroplane Wetter. Aber egal. Ich will ja heute nur den ersten Rollout machen. 42er Carbon Propeller an die PRIMUS montiert, abgeklebt und ab damit ins Wasser. Anfahren nur mit Vollgas möglich. Fahrbild sehr ordentlich und stabil trotz der Windböen und der großen Wellen. Aber nach ca. 3 Minuten wollte ich mein Glück nicht all zu sehr heraus fordern. Ab ans Ufer. Motor, Regler Temperatur in Ordnung, kleiner Wassereinbruch.


FAZIT: I’m so happy!


19. März 2007

Am Vortag stand etwas Wasser im Rumpf. Dies konnte nur durch die sehr kurze Wellenanlage in den Rumpf eindringen. Daher nahm ich am Ende des Wellenrohrs eine kleine Änderung vor. Ein kleines Stück Schrumpfschlauch dient zur Abdichtung. Somit ging es gleich nach der Arbeit ab ans Wasser. Kein Wind, Glattwasser - Ideale Bedingungen für die zweite Fahrt. Noch schnell einem 45er Carbon Prop montiert und ab damit ins Wasser. Die PRIMUS fliegt parallel über die Wasseroberfläche egal ob auf der Geraden oder in der Kurve. Vor der Kurve kurz vom Gas, einlenken und gleich wieder den Gashebel nach vorne drücken. Einfach nur Geil. Man kann es nicht mit Worten beschreiben.

Die Kunst, einem Rennboot das "Rennen" beizubringen, ist normalerweise die einfache Summierung der einzelnen Baugruppen sowie deren sinnvolle Anordnung zueinander:

Rumpf + Ruder + Wellenanlage + Antrieb + RC-Komponenten + modellbauerisches Können = Rennboot.

Viel Spaß beim Bau eures Bootes!

Diese Bauanleitung ist wie immer ohne Gewähr!

www.rc-silverboats.de - Stand März 2007